The Human Brain Project – Forscher bauen das Gehirn am Computer nach

Die Forschung am menschlichen Gehirn wird bereits seit 200 Jahren betrieben.  Jedoch steigt gleichzeitig die Zahl der auftretenden Hirnerkrankungen immer weiter an während gleichzeitig die erfolgreiche Entwicklung der Pharmazeutika immer weiter zurückgeht. Die Gesundheitskosten, die durch diese Erkrankungen entstehen nehmen mehr als 35% in Anspruch. Mit zunehmendem Alter wird jeder dritte von einem Hirndefekt betroffen sein. Markram trifft die erschütternde Diagnose, dass Menschen lange in einem gesunden Körper mit krankem Gehirn leben werden. Die Wissenschaft rund um das Gehirn hätte sich zwar deutlich entwickelt und spezialisiert, jedoch kooperiere sie nur wenig.

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Creative Commons License Photo Credit: Eric

Durch die Simulation am Computer soll also nun ein neuer methodischer Weg entwickelt werden. So soll das Wissen zusammengeführt, in einen Supercomputer eingespeist und anhand von Modellen Prozesse ausprobiert werden. Zudem sollen Wirkstoffe getestet werden, damit man in Zukunft auf Tierversuche verzichten kann. Dies soll zudem streng nach den Richtlinien der Ethik begleitet werden. Obwohl diese Theorie mehr nach fern gelegenem Optimismus klingt, wird das „Human Brain Project“ in dieser Hinsicht bereits sehr konkret, was die Wissenschaftlichen Erkenntnisse angeht. Markram weist immer wieder darauf hin, dass nichts von dem nur eine Idee sei, nachdem er die einzelnen Säulen durchgeht, die ein Projekt stützen, das mindestens 10 Jahre Forschung in sich tragen wird.

Geplant ist zunächst eine Bewährungsprobe. Bis zum Mai 2012 wird die Planung eingereicht, die mit einer EU-Förderung von 1,5 Millionen Euro unterstützt wird. Fünf weitere Projekte bewerben sich zusätzlich um dieses sogenannte „Flaggschiff-Programm“ der europäischen Union. Für den Fall, dass das Projekt bewilligt wird, würde eine Fördersumme von mindestens einer Milliarde Euro zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich würden die intensiv eigebundenen Unternehmen ihre Finanzierung beisteuern. Die Computer- und Pharmaindustrie stehen dabei an oberster Stelle. Der Computer, der die komplexen Milliarden Neuronen darstellen soll, und dazu für ein einziges Neuron bereits die Rechenleistung eines durchschnittlichen Laptops benötigt, soll von der Firma IBM bis 2018 bereitgestellt werden. Dazu müssen Ethiker, Ärzte, Informatiker und Mathematiker zusammen ihre Erkenntnisse miteinander verbinden, da dieses Model laut Markram auf Daten und Regeln basiere.Das Modell könnte aus heutiger Sicht zwischen 2020 und 2023 funktionstüchtig sein. Sowohl für die medizinische Diagnostik, als auch für die pharmazeutische Entwicklung. Zudem könnte es im Bereich der Robotik zu Forschungszwecken dienen. So könnte dieses Kontrollzentrum des Simulationsprogrammes so aussehen, wie das der NASA sagt Markram mit einem Schmunzeln.

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