Eine querschnittgelähmte Britin schrieb beim diesjährigen London Marathon Geschichte, als sie als erster Mensch den London Marathon mit Hilfe eines Bionic Suit beendete. Sechzehn Tage nach dem Startschuss ging die 32-jähige Claire Loma aufrecht durchs Ziel – mit der Hilfe des von Amit Goffer entwickeltem ReWalk Exoskelettes.
Nach einem schweren Reitunfall 2007, bei dem sie sich Hals, Rücken und Rippen brach, war sie von der Brust abwärts gelähmt. Das hielt sie jedoch in den darauffolgenden fünf Jahren nicht vom Fallschirm springen, Monoski fahren und Reiten ab. Im Jänner erhielt sie den ReWalk Suit im Wert von € 53.500, der ihr den Marathon ermöglichen sollte. Durch diese Aktion hoffte Sie Spenden für Spinal Research, eine Stiftung die Forschung an Lähmungen durch Rücken- und Halsverletzungen erforscht, sammeln zu können.
Wie ReWalk Gelähmten hilft
Mit dem ReWalk Exoskelett war es Lomas erstmals nach ihrem Unfall möglich, allein zu stehen, gehen und Stiegen zu steigen. Das alles mit zwei Krücken und einem Set an Steuerungsarmbändern die ihre Bewegung koordinieren. Die Bewegungssensoren des Exoskeletts und das Computersystem erkennen Verlagerungen des Körper- und des Gleichgewichtes, die diese Bewegung in die unteren Extremitäten weiterleiten. Die Bewegung im ReWalk Suit wird über kleine Motoren erzeugt, die über eine zwei Kilogramm schwere, im Rucksack des Benutzers verstaute, Batterie betrieben wird.
Die von Argo Technologies im ReWalk eingesetzte Software erkennt die Absichten des Benutzers und reagiert dann z.B. mit einem Schritt oder dem Heben eines Beines zum Stufensteigen darauf. Die Arme sind die wichtigsten Mittel um mit dem ReWalk gehen zu können. In den Spitzen der Krücken sind Sensoren verbaut, die dem Gerät genau mitteilen, wo sich der Körper im Raum befindet. Der Bionic Suit kann also nur von Gelähmten verwendet werden, die noch Funktion über ihre Arme besitzen.
Lomas Name wird nicht auf den offiziellen Ergebnislisten des London Marathon zu finden sein, da sie ihn nicht am selben Tag beenden konnte. Durch ihre bemerkenswerte Leistung konnte sie bisher fast € 100.000 Euro für ihre Stiftung sammeln.